HIPPOLINI & Nachhaltigkeit – eine Geschichte aus der Ausbildung
Kati Fetzer stand im Stall und dachte: Ich schaffe das nicht mehr.
Sie war selbstständig hatte Pensionspferde, Gnadenbrotpferde, Zuchtpferde, etwas Kinderreiten. Seit ihre Kinder auf der Welt waren, drehte sich das Hamsterrad noch schneller. Arbeit, Arbeit, Arbeit – und am Ende des Monats kam trotzdem kein Geld raus. Sie war die erste Frau, die den Betrieb übernommen hatte und wollte den Betrieb nicht vor die Wand fahren. Also machte sie weiter.
Dann traf sie Nicole Reichenbach im Pferdewirtschaftsmeister-Lehrgang. Nicole trug die Deckungsbeitrags-Berechnung von HIPPOLINI vor – es wurde ganz still im Raum. Und sie sprach vom Respekt. Davon, dass es nur funktioniert, wenn man sich selbst nicht übergeht.
Kati hörte gut zu und erkannte, dass sie irgendwann den Respekt vor sich selbst verloren hatte. Sie wusste: Da geht es weiter. Sie fragte, wo die nächste HIPPOLINI-Ausbildung ist und meldete sich an.
„Ich dachte, ich bin die Einzige“
In der Vorstellungsrunde zu Beginn des Ausbildungsseminars dachte Kati, sie wäre die Einzige, die nicht alles im Griff hat. Um sie herum saßen tolle, starke Frauen mit so viel Kompetenz! Doch es stellte sich heraus: Alle standen vor demselben Berg. Die Erleichterung war riesig. Kati fühlte sich nicht mehr so allein und atmete das erste Mal auf.
Und dann kam der Moment, in dem es um den Respekt ging. Nicht nur den Respekt vor dem Kind und dem Pony, sondern vor allem den Respekt vor sich selbst. Wie tief sie in der Selbstausbeutung steckte, wurde Kati erst jetzt klar. Die begleitenden Gespräche und der Austausch mit den anderen ließen sie ein weiteres Mal aufatmen.
Was ihr gefehlt hatte, war nicht noch mehr Fachwissen. Sie hatte schon so viel gelernt und kam trotzdem nicht weiter. Was fehlte, war eine andere Haltung – vor allem zu sich selbst.
Die Ausbildungszeit beschreibt Kati heute wie eine Kur
Sie kam ausgebrannt an, nervös, unter Druck – und dann war sie plötzlich „wie in einer weichen Wolke“, gut aufgehoben, verbunden mit anderen Frauen, die ähnlich kämpften. Sie hatte sich verloren gefühlt und fand sich in diesen Wochen wieder.
Diese Erfahrung prägte auch ihre Schwerpunktarbeit, die neben Theorie und Praxis zur HIPPOLINI-Ausbildung gehört. Kati wählte das Thema „HIPPOLINI und Nachhaltigkeit – wenn Zukunft Ponyohren hat“, weil sie erlebt hatte, wie viel mehr in diesem Konzept steckt als nur Reitenlernen.
Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Jutebeutel und Solaranlage
In ihrer Schwerpunktarbeit hat Kati herausgearbeitet, dass Nachhaltigkeit weit mehr bedeutet als Jutebeutel und Solaranlage auf dem Stalldach.
Nachaltigkeit bedeutet: etwas so gestalten, dass es langfristig funktioniert – wirtschaftlich, sozial, mit Respekt vor den vorhandenen Ressourcen.
Für Kinder bedeutet das bei HIPPOLINI, dass sie nicht einfach nur reiten lernen. Sie lernen Verantwortung, Kommunikation und Rücksicht, entwickeln Selbstvertrauen und erleben Teamgeist statt Ellenbogen und Freude statt Leistungsdruck.
Für die Ponys bedeutet Nachhaltigkeit, dass sie weder Sportgeräte noch Dekorationsobjekte sind. Sie sind Partner im Lernprozess, werden abwechslungsreich eingesetzt, kindgerecht behandelt und wertschätzend geführt.
Auch der Betrieb gehört für Kati dazu. „Herz und Verstand müssen keine Fernbeziehung führen.“ HIPPOLINI verbindet pädagogische Qualität mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit durch klare Kursstrukturen, Gruppenunterricht und planbare Angebote.
Und schließlich geht es in ihrer Schwerpunktarbeit um die Zukunft des Pferdesports: Wer früh lernt, Tiere zu verstehen und fair miteinander umzugehen, nimmt diese Haltung oft ein Leben lang mit.
Und wie geht es Kati heute?
Der Weg war phantastisch, sagt sie. Aber der Alltag bringt immer noch Herausforderungen mit sich. Die Arbeit ist nicht weniger geworden, die Probleme sind nicht verschwunden.
Der Umgang damit ist leichter geworden. Sie steht nicht mehr allein da. Sie weiß jetzt: Respekt vor sich selbst ist kein Luxus. Er ist die Grundlage für alles andere – für die Kinder, die Ponys, den Betrieb.
Und Kati bringt ihre Erfahrung aus der HIPPOLINI-Ausbildung so auf den Punkt:
„HIPPOLINI zeigt, dass Nachhaltigkeit im Pferdebereich keine trockene Theorie sein muss. Sie kann lebendig, fröhlich und voller Ponyhaare sein. Und manchmal beginnt sie genau dort, wo wir aufhören, uns selbst zu vergessen.“
Katis Geschichte ist eine von vielen ganz persönlichen Erfahrungen aus der HIPPOLINI-Ausbildung.
Wenn Du mehr über die Ausbildung, ihre Inhalte und den Ablauf erfahren möchtest:
👉 Hier findest Du alle Informationen zur HIPPOLINI® Ausbildung.
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