Warum wir mit der FN kooperieren – gerade jetzt
Dreiteilige Serie: Zukunft des Pferdesports
Manche Nachrichten lösen vor allem Freude aus. Andere lösen zunächst Fragen aus. Unsere Kooperation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat beides getan. Wir haben viele Glückwünsche erhalten. Aber wir haben auch Fragen bekommen.
„Warum ausgerechnet die FN?“ Eine berechtigte Frage.
Denn wer sich mit dem Pferdesport beschäftigt, weiß: Über die FN wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert. Wenn wir möchten, dass der Pferdesport auch in Zukunft gesellschaftliche Akzeptanz findet, dann beginnt diese Entwicklung nicht erst im Spitzensport. Sie beginnt dort, wo Kinder lernen, Pferde als Partner zu verstehen. Genau dazu möchten wir unseren Beitrag leisten.. Über Verbandsstrukturen, Kommunikation oder die Zukunft des Pferdesports wurde viel diskutiert.
Wir können deshalb gut verstehen, dass manche unserer Mitglieder und Interessierten zunächst skeptisch auf diese Kooperation blicken.
Kritik ist wichtig. Aber sie allein verändert nichts.
Es ist leicht, von außen zu beurteilen, was besser laufen könnte. Schwieriger ist es, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
Genau das entspricht unserem Selbstverständnis.
Seit fast 30 Jahren entwickeln wir den kindgerechten Reiteinstieg kontinuierlich weiter. Nicht, weil wir gegen bestehende Systeme arbeiten wollten, sondern weil wir überzeugt sind, dass Kinder und Ponys einen anderen Anfang verdienen. Viele Entwicklungen entstehen nicht im Gegensatz zu etwas, sondern im Dialog.
HIPPOLINI bleibt HIPPOLINI
Die Kooperation bedeutet nicht, dass wir unsere Haltung verändern. Wir bleiben unabhängig.
Unsere reformpädagogischen Grundlagen, unsere flachen Hierarchien und unser Blick auf Kinder und Ponys bleiben bestehen. Und unser wichtigstes Prinzip bleibt der gegenseitige Respekt.
Die Zusammenarbeit verändert also nicht, wer wir sind.
Sie schafft vielmehr eine Verbindung zwischen zwei Systemen, die unterschiedliche Stärken mitbringen und sich sinnvoll ergänzen können.
Was bedeutet die Kooperation konkret?
Die Zusammenarbeit hat ganz praktische Auswirkungen.
Für FN-Trainerinnen und Trainer
Wer bereits eine gültige Trainerlizenz (C, B oder A) besitzt und die HIPPOLINI-Ausbildung erfolgreich abschließt, erhält dafür mindestens zehn Lizenzpunkte zur Verlängerung seiner DOSB-Trainerlizenz.
Für HIPPOLINI-Lehrkräfte
Wer den Trainer C Einstieg der FN absolvieren möchte, kann auf seiner HIPPOLINI-Ausbildung aufbauen. Der bisherige Ausbildungsweg wird anerkannt – niemand muss wieder bei null beginnen.
Doch vielleicht ist der wichtigste Punkt gar nicht die gegenseitige Anerkennung. Sondern das Signal dahinter:
Ein reformpädagogischer Reiteinstieg und die offizielle Ausbildungsstruktur der FN schließen sich nicht aus. Sie ergänzen sich.
Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen
Der Pferdesport steht heute vor großen Herausforderungen.
Viele Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten. Qualifizierte Lehrkräfte werden gesucht. Gleichzeitig wird immer häufiger darüber diskutiert, ob Reiten künftig wieder elitärer werden müsse.
Wir glauben, dass die eigentliche Frage eine andere ist:
Wie gewinnen wir Kinder für den Pferdesport – und wie gelingt das so, dass Ponys, Lehrkräfte und Familien gleichermaßen profitieren?
Genau hier sehen wir unseren Beitrag.
HIPPOLINI ermöglicht einen kindgerechten Einstieg, bei dem Kinder zunächst Verständnis, Verantwortung und Beziehung zum Pony entwickeln. Viele Bewegungsabläufe werden vorbereitet, bevor sie überhaupt im Sattel stattfinden. Das schont die Ponys und schafft gleichzeitig eine fundierte Basis.
Die meisten Kinder werden später keine sportliche Laufbahn einschlagen. Das müssen sie auch nicht.
Aber diejenigen, die diesen Weg gehen möchten, bringen bereits etwas mit, das man später kaum nachholen kann: Verständnis für das Lebewesen Pferd, einen sicheren Umgang und eine solide Grundlage für weiteres Lernen.
Davon profitieren die Kinder, die Ponys, die weiterführenden Reitlehrer – und letztlich der gesamte Pferdesport.
Lieber mitgestalten als nur kommentieren
Wir wissen, dass nicht jeder diese Kooperation sofort begeistert aufnehmen wird.
Das ist in Ordnung. Unterschiedliche Sichtweisen gehören zu einer lebendigen Gemeinschaft.
Wir haben uns dennoch bewusst dafür entschieden.
Nicht, weil wir glauben, dass irgendjemand perfekt ist, sondern weil wir überzeugt sind, dass Zusammenarbeit oft mehr bewegt als Abgrenzung.
Kinder entwickeln sich Schritt für Schritt.
Ponys entwickeln sich Schritt für Schritt.
Auch gute pädagogische Konzepte entwickeln sich Schritt für Schritt.
Warum sollte das nicht auch für den Pferdesport gelten?
Deshalb sehen wir diese Kooperation nicht als Endpunkt, sondern als Anfang.
Als Anfang einer Zusammenarbeit, die dazu beitragen kann, dass noch mehr Kinder einen guten, pferdegerechten und pädagogisch fundierten Weg in den Pferdesport finden.
Wir glauben daran, dass Veränderungen dort entstehen, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Deshalb möchten wir nicht nur kommentieren.
Wenn wir möchten, dass der Pferdesport auch in Zukunft gesellschaftliche Akzeptanz findet, dann beginnt diese Entwicklung nicht erst im Spitzensport. Sie beginnt dort, wo Kinder lernen, Pferde als Partner zu verstehen.
Genau dazu möchten wir unseren Beitrag leisten.
Möchtest Teil davon sein? Dann informiere dich hier über die HIPPOLINI® Ausbildung.
Dieser Beitrag ist Teil 1 unserer Serie zur Zukunft des Pferdesports.
Im nächsten Artikel gehen wir der Frage nach, warum der Pferdesport aus unserer Sicht keinen elitäreren Nachwuchs braucht, sondern einen besseren Einstieg.
Foto: FN
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